Effektenkredit & Policendarlehen

Schnell liquide: Effektenkredit, Policendarlehen und Co.

Kredite gegen Sicherheiten sind kostengünstig, unkompliziert und schnell verfügbar. Neben Wertpapierdepots können auch Ansprüche aus Bausparverträgen und Lebensversicherungen beliehen werden.

Einst dienten Wertpapierkredite ausschließlich dazu, den Spielraum für spontane Kapitalanlagen zu erweitern. Banken haben ihr Angebot längst ausgeweitet: Effektenkredite werden heute bei vielen Instituten ohne Zweckbindung eingeräumt. Für ein bestehendes Wertpapierdepot wird eine flexible Kreditlinie eingerichtet. Bei Bedarf werden beliebig große Teile des Kreditrahmens aufs Girokonto überwiesen.

Eine feste Rückzahlungspflicht gibt es nicht: Solange der Kreditrahmen nicht überschritten wird, müssen keine Tilgungen erfolgen. Der Kredit steht unbefristet zur Verfügung. Die anfallenden Zinsen werden monatlich oder quartalsweise dem Kreditrahmen belastet. Aufgrund der Besicherung mit Wertpapieren verzichten viele Banken sogar auf eine Schufa-Abfrage.

Die Höhe des Kreditrahmens hängt von den Wertpapieren im Depot und ihrem Kurswert ab. Beleihbar sind Aktien, Anleihen und Fonds. Nicht für jedes Wertpapier gilt derselbe Beleihungswert: Blue Chips können mit einem größeren Anteil ihres Kurswertes beliehen werden als Nebenwerte, Bundeanleihen mit kurzer Restlaufzeit bieten üblicherweise den höchsten Beleihungswert. Optionsscheine und Zertifikate können üblicherweise nicht beliehen werden.

Effektenkredite kosten zwischen 5 und 7 Prozent Zinsen im Jahr (Stand: Dezember 2012). Der Zinssatz ist grundsätzlich variabel, ändert sich erfahrungsgemäß aber nicht allzu rasch. Ein Restrisiko bleibt immer: Sinken die Kurse der beliehenen Stücke drastisch, kann es ohne zusätzliche Verfügungen zu einer Überziehung des Kreditrahmens kommen. Zunächst werden dann höhere Zinsen fällig. Bei andauernder Überziehung kann die Bank die Papiere im Depot auch veräußern.

Lebensversicherung: Beleihen besser als kündigen

Vor allem Existenzgründer und Jungunternehmer geraten einige Jahre nach ihrer Geschäftsaufnahme häufig in einen finanziellen Engpass. Dann fordert das Finanzamt nicht nur Einkommen- und Gewerbesteuer für die ersten ein bis zwei Jahre der Betriebstätigkeit, sondern verlangt auch eine Vorauszahlung. Trotz guter Planung lassen sich Engpässe nicht immer vermeiden. Banken verweigern in dieser Situation typischerweise jeden Kredit. Viele Selbständige lösen dann ihre Altersvorsorge auf – ein fataler Fehler.

Solange es sich nicht um eine strukturelle (dauerhafte) Unterfinanzierung, sondern lediglich einen Liquiditätsengpass handelt, können bestehende Kapitallebens- und Rentenversicherungen einfach beliehen werden. Dazu wird die Police an eine Bank abgetreten. Die Bank wird dazu widerruflich als Begünstigte des Vertrages eingesetzt. Kapitalbildende Versicherungen sind abhängig vom Anbieter mit bis zu 100 Prozent ihres Rückkaufswertes beleihbar. Die Zinsen sind – da das Ausfallrisiko durch die Besicherung gleich Null ist – sehr viel günstiger als bei marktüblichen Verbraucherkrediten.

Die Beleihung zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe ist sehr viel intelligenter als die Kündigung der Police. Die nämlich zieht vor allem in den ersten Jahren nach dem Abschluss hohe Kosten nach sich, weil der Rückkaufswert deutlich unter den geleisteten Einzahlungen liegt.

Das gilt im Übrigen auch für Bausparverträge: Ein Vertragsguthaben von einigen tausend Euro vorausgesetzt, sind zinsgünstige Kredite schnell und unkompliziert möglich.

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